Beim Kauf eines Monitors stoßt man oft auf folgende Begriffe: G – Sync, FreeSync, Fast Sync, Adaptive Sync und V – Sync. Was ist das? Wo liegen die Unterschiede? Brauche ich das? Gamefrequenz erklärt alle Sync Arten.

Ich habe ebenfalls einen Artikel geschrieben zu Erklärung vieler Grafikeinstellungen.

Sync vs. Screen – Tearing

Diese Sync Arten haben alle ein Ziel: Screen – Tearing zu eliminieren.

Doch was ist Screen – Tearing überhaupt?
Dieser Effekt beschreibt die Artefaktbildung auf Monitoren. Dabei stellt der Monitor zwei oder mehrere Frames gleichzeitig dar. Die Folge: Das Bild wird zerrissen(tearing).

Wie kommt es dazu?

Beispiel 1:
Gehen wir von Folgendem aus:
Auf einem 60 Hertz Monitor werden 30 FPS (Frames per second/Bilder pro Sekunde) dargestellt.
Deine Grafikkarte versucht nun jedes Bild zu verdoppeln um die 60 Hertz auszufüllen.
Also wollen zwei gleiche Bilder zur selben Zeit angezeigt werden. Sprich, zwei Aktualisierungszyklen hintereinander. Dabei entsteht Screen – Tearing.

Beispiel 2:
60 Hertz und 120 FPS. Nun will unser Monitor zwei verschiedene Bilder gleichzeitig anzeigen.
Folgendes passiert: Im oberen Teil des Bildschirms wird ein Bild angezeigt und im unteren ein ganz anderes. Screen – Tearing entsteht.

Screantearing in Witcher 3

V – Sync

Diese Syncart ist eine ältere Methode zu Synchronisierung von FPS und Hertz. Jeder Monitor verfügt darüber und es ist in jedem Game vorhanden. Bei V – Sync wird der Aktualisierungszyklus vorgeben (60hz, 90hz, 120hz..).  Ist deine Grafikkarte nicht im Stande bei 120hz auch 120 FPS zu liefern, wird der Aktualisierungszyklus übersprungen.
Folge: Input – Lag entsteht. Dieser kann als „Ruckler“ wahrgenommen werden.

Effektiv wird V – Sync, wenn mehr FPS als Hertz vorhanden ist.

NVIDIA Fast Sync

Fast Sync sollte benutzt werden, wenn die FPS die Hertz überschreiten. In eSports Games wie CS:GO oder Overwatch zum Beispiel. Dort werden mit sehr vielen FPS gespielt, die weit über den 144hz (weniger üblich sind 240Hz Monitore) sind. Fast Sync nutzt einen dreifachen Buffer (Front Buffer, Back Buffer, Last Rendered Buffer). Dadurch wird die Latenz reduziert und Screen – Tearing oberhalb der Hertzzahl beseitigt.

Nutzen kann man es zeitgleich mit G – Sync. Eingeschaltet wird es in der NVIDIA Systemsteuerung (Fast Sync nur mit NVIDIA Grafikkarte verfügbar).
3D – Einstellungen verwalten > Globale Einstellungen > Vertikale Synchronisation – Schnell.

Nun arbeitet im niedrigen FPS Bereich G – Sync und im Hohen Fast Sync (anstatt VSync).

AMD FreeSync

AMD FreeSync ist nach G – Sync die zweit beste Syncart. Theoretisch machen sie beide denselben
Job. Jedoch wird G – Sync von Nutzern weicher empfunden.
Für FreeSync aber ist kein preiserhöhender Chip im Monitor notwendig. Stattdessen funktioniert es rein über Soft- und Hardware. Eingeschaltet wird es über den Monitor, danach im Programm AMD Catalyst Controll Center. Ein HDMI Kabel genügt, damit FreeSync funktioniert.
Wenn bei FreeSync die FPS die Hertzzahl überschreiten, fällt es auf VSync zurück. NVIDIA kann hier FastSync nutzen.

NVIDIA G – Sync

G – Sync funktioniert nur mit NVIDIA Grafikkarten. Bei dieser Art wird ein G – Sync – Chip von NVIDIA im Monitor verbaut. Damit er als G – Sync Monitor verkauft werden darf, muss er von NVIDIA zertifiziert werden. Dies beinhaltet auch Anti – Ghosting Kriterien.

Ghosting: „Jede 3D Darstellung ist eine Täuschung und jede Täuschung hat ihre Fehler. So gibt es bei jeder Kombination aus Grafikkarte, Treiber und Monitor andere minimale Fehler. Diverse Fehler sieht das Auge normalerweise nicht. Ein Problem wird es an dem Punkt, an dem das Auge die Illusion durchschaut. Dann wird dieser Mensch die Fehler nämlich bei dieser Kombination auch immer wahrnehmen.“ Zitat von Computerbase.

NVIDIA G – Sync arbeitet mit einem Schaltkreis (FPGA Wikipedia), welcher von der Grafikkarte unabhängig ist. Dieser dient dazu Frames zwischen zu speichern, was Screen – Tearing verhindert. Die Aufgabe dieser Syncart, ist auf eine niedrige Bildwiederholungsfrequenz ausgelegt.
Also:  FPS niedriger, als Hertzzahl des Monitors.
Vorteil: Kein Input – Lag.

Bei einer höheren FPS Rate als Hertzzahl, greift G – Sync auf V Sync oder FastSync zurück.Damit G – Sync funktioniert, muss ein Displayport 1.2 Kabel verwendet werden.

VESA Adaptive – Sync

VESA Adaptive Sync, bekannt als DisplayPort Adaptive Sync. Diese Syncart ist der Grundbaustein von FreeSync. Sie wird in Monitoren, Notebooks, Smartphones und auch in manchen TV’s verwendet. Abgelöst wurde sie von FreeSync. Inzwischen kann man beide Adaptive Sync nennen.

Tipps für den Ego – Shooter.
Wie die Verbindung aus FPS und Hertz für Vorteile sorgt.
Außerdem: Warum du anders aimen solltest.