Bethesda, Fallout 76 und der Imageschaden

Bethesda hat sich nicht nur mit dem Gameplay von Fallout 76 geschadet. Auch viele Aktionen drumherum sorgen für einen Imageschaden, welcher sich auf das Studio auswirken wird. Ich erzähle euch die Story verpackt mit Humor.

CD Projekt Red zeigte eine spektakuläre Gameplaydemo von Cyberpunk 2077. Rockstar veröffentlichte ein grandioses Read Dead Redemption 2. God Of War wurde Spiel des Jahres bei den diesjährigen Gameawards. Drei wunderbare Highlights aus diesem Jahr. Sogar Ubisoft überzeugt mit einem erneuten Assassins Creed Ableger. Und dann *schnief*, blicke ich auf Bethesda und das omnipräsente Fallout 76.

Ich selbst bin ein sehr großer Fan von post-apokalyptischen Szenarien. Sei es Film, Serie oder ein Game, ich schaue oder kaufe es – nur Fallout 76 fällt dieses Mal aus.

Über die Bugs, die meiner Meinung nach veraltete Engine und misslungene Story möchte ich mich nicht äußern. Das Bethesda mit dem Gameplay für viele Fans versagt hat, ist schon bekannt. Aber ich frage mich, wie tief sich das Studio noch in die Sch3!ße reiten kann. Sogar außerhalb des Gameplays ruiniert sich Bethesda für die nächsten Jahre. Die Art und Weise wie sie das schaffen ist schon eine Kunst.

Behaltet euch folgendes im Hinterkopf: Es handelt sich hier um ein Vollpreisspiel, sprich ~60€ aufwärts, dass von einem Studio kommt welches AAA – Titel produziert.

Fallout 76 & Metacritic

Nachdem Fallout 76 einen Metacritic Score von 49-53 erreicht hat, werden zukünftige potenzielle Käufer abgeschreckt. Wir kennen es schließlich alle, bevor wir ein Game kaufen, werfen wir ein Blick auf die Bewertungen. Wir informieren uns durch Steam Nutzerreviews oder Reviews/Tests auf Youtube.

Nun stellt euch vor, dass Game welches man sich kaufen möchte, weißt solche negativen Wertungen auf. Für viele Käufer hat es sich hier schon entschieden.
Der Metacritic Score lässt sich im Nachhinein nicht mehr verändern. Zum Glück vermarktet Bethesda am PC Fallout 76 über ihren eigenen Launcher, so fallen Steam Nutzerreviews aus. Und Rückgaben auch..

Ab diesem Punkt hat Bethesda sogar Diablo Immortal mit einem eigenen und größeren Shitstorm übertroffen und aus dem Blickfeld der Kritiker verdrängt.

Metacritic von Fallout 76

Die Collectors Edition und der Datenschutz

Die Käufer der 200€ teuren Fallout 76 – Collectors Editon tun mir besonders Leid. Diese Edition enthält als Highlights einen Power Armor Helm aus Plastik und eine Reisetasche. Letzteres sollte aus Segeltuch sein und wurde auch so beworben in Online Shops.

Fallout 76 Collectors Edition

Nun die Reisestasche aus Segeltuch bekamen vorerst nur die Influenzer, in dem Fall Youtuber mit großer Reichweite. Alle anderen bekamen eine Nylontasche. Eine billige Nylontasche, welche keine paar Euro wert ist. Der Grund dafür: Reisetaschen aus Segeltuch waren zu teuer in der Produktion etc.. Aber nicht traurig sein, Bethesda entschädigt alle Käufer mit 500 Atoms. Eine In-Game Währung von Fallout 76, welche nur mit echtem Geld erworben werden kann.
Das unverschämte kommt noch: 500 Atoms sind 5,00€. Rentiert sich natürlich mit einer 200€ teuren Collectors Edition, kappa.

In Deutschland gibt es das sogenannte „Konsumentenschutzgesetz“. Ein Teil aus dem Gesetzt schütz den Verbraucher vor falsch beworbenen Produkten. So macht sich Bethesda strafbar, da sie eine Tasche aus Segeltuch bewerben, aber aus Nylon verkaufen, ohne den Käufer darauf hinzuweisen (§5a Absatz 1. im Konsumentenschutzgesetz).

Das schreit natürlich nach einer Sammelklage. Aber wer die 500 Atoms ausgibt, akzeptiert die Entschädigung und darf nicht klagen. Schlau gemacht.

Das letzte Geld

Schaut man sich den Ingame Shop an, findet man einen Weihnachtsskin runtergesetzt auf 20.000 von 30.00 Atoms. Ja das sind wirklich 20€ für einen Skin. Und daneben (sieh Bild unten) ein Emote Bundle für 12€. Jetzt kann man natürlich sagen „Hey du musst dir den ja nicht kaufen“. Aber das ist ein drittel von einem Vollpreisspiel bzw. von Fallout 76 am Releaseday. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Spiele wie League of Legends finanzieren sich über Ingame Käufe – zurecht, sie sind auch Free 2 Play. Aber mir scheint es so, als ob Bethesda versucht das letzte Geld aus seinen Käufern rauszuholen, nachdem sich das Spiel schlecht verkaufte.

Weihnachtssale Fallout 76

Fazit: Imageschaden

Bethesda hat mit Fallout 76 nicht nur seinen Fans und Käufern geschadet, sondern auch sich selbst. Schließlich lebt das Studio von seinen Käufern. Selbst in vier Jahren wird man sich sehr gut daran erinnern können. Star Wars Battlefront 2 ist schon über ein Jahr alt und die Lootbox Story ist noch kein Stück vergessen und wird es auch die nächsten Jahre nicht. Zukünftig werden Spieler besonders bei Bethesda genauer hinschauen und kritischer sein denn je. Selbst das kommende Rage 2, bei dem Bethesda nur der Publisher ist, bekommt Kommentare wie „Bitte vermasselt es nicht“ ab.

Bethesda war mal ein tolles Studio, doch dann bekam es ein Pfeil ins Knie.

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